16 Mit einem Augenzwinkern bringt dieser Spruch auf den Punkt, was der Nachttopf über Jahrhunderte hinweg war: kein Schmuckstück – aber unverzichtbar. In dankbarer Kooperation mit der Firma Laufen mit Standort in Gmunden präsentiert die Bachschmiede eine außergewöhnliche Ausstellung rund um ein Objekt, das heute meist belächelt wird, einst jedoch zum festen Bestandteil jeder Schlafkammer gehörte. Die Sonderausstellung versammelt eine Vielzahl historischer Nachttöpfe in unterschiedlichster Ausgestaltung: vom einfachen, zweckmäßigen Gefäß bis hin zu reich verzierten Exemplaren mit humorvollen oder moralischen Sinnsprüchen. Nachttöpfe waren über Jahrhunderte hinweg vertraute Begleiter des täglichen Lebens. Als Alltagsgeschirr und Gebrauchskeramik erfüllten sie eine schlichte, aber essenzielle Funktion. Ob aus Ton, Keramik, Metall oder Porzellan gefertigt – sie fanden sich in nahezu jedem Haushalt. Häufig wurden sie unter dem Bett aufbewahrt oder in eigens dafür konstruierte Möbel integriert. Erst im 19. Jahrhundert, mit dem Ausbau von Kanalisation und der Verbreitung der Wasserspülung, begann der langsame Abschied vom Nachttopf. Dennoch blieb er bis weit ins 20. Jahrhundert hinein in Gebrauch – in Privathaushalten ebenso wie in Krankenhäusern oder ländlichen Regionen. MALEREI & STUCK MOSER Tel. 0664-54 28 705 Fichtenweg 6 A-5071 Wals Wir beraten, gestalten und führen Ihre Wünsche durch! www.malereimoser.com Blickpunkt Die Bachschmiede „Dien ich auch nicht grad zur Zier, unentbehrlich bin ich Dir.” „Nachts zur Hand – Topf sei Dank!” – historische Nachttöpfe Im Bild v. li. - Museumskuratorin Angela Gierlinger mit den Museumsleihgebern Alfred Zinhobl (Klo & So Museum Gmunden) und Maida Kaltenbrunner (Firma Laufen). „Geliebtes Zelluloid” - Ein frühes Material der Spielzeugindustrie Es sollte Porzellan, Blech Holz, Gummi und Papiermache ersetzen, da es leichter herzustellen und zu bearbeiten war. Das Material war leicht, formbar und vergleichsweise kostengünstig. Puppenköpfe, Bälle, Bauklötze, Tierfiguren und frühe mechanische Spielzeuge wurden häufig aus Zelluloid gefertigt. Mit diesem Material produziert wurde bis Ende der 1950er Jahre, dann wurde es aus sicherheitstechnischen und gesundheitlichen Gründen verboten. Aus der Sammlung Karin Gugg - Das 1869 erfundene Zelluloid (ein Kunststoff halb organisch, halb synthetisch) wurde schon 1880 zur Spielwarenherstellung in allen Ländern Europas. Donald Duck Figur aus Zelluloid.
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